- What the Work?! - Arbeit & Abenteuer
- Posts
- 🇮🇩 Remote Work auf Bali: Wie arbeitet man WIRKLICH?
🇮🇩 Remote Work auf Bali: Wie arbeitet man WIRKLICH?
und was kannst du dir abschauen?


Hey hey, da bin ich wieder in deinem Postfach und heute räumen wir mit einem Mythos auf! 💌
Viele Menschen denken bei Remote Work an Arbeiten von Bali: Gutes Wetter, traumhafter Ausblick und zwischendurch ab und zu den Laptop aufklappen.
Doch wie realistisch ist diese Vorstellung wirklich?
Das habe ich Jule Hoff, Jenny Song Schmidt und Elena Marzluf gefragt. Die drei Frauen sind selbstständig und leben auf Bali. Sie wissen also ganz genau, wie der Alltag dort abläuft und wie entspannt es wirklich ist, von dort aus Kund:innen im deutschsprachigen Raum zu betreuen.
Wenn du den Newsletter gut findest, teile ihn gerne mit deinem Netzwerk und bewerte ihn, wenn du hier in der Mail runterscrollst. Darüber freue ich mich riesig! 🙏
Du hast Tipps, Ideen für den Inhalt oder Fragen?

Jenny, Marina, Birte, Jule, Elena, ich
📚 Tipp aus meinem Netzwerk

Auch dieses Mal gibt’s eine Buchempfehlung 🤩
Sie kommt von Birgit Amelung. Birgit habe ich kennengelernt, als ich in ihrem Podcast zu Gast sein und mit ihr und Susann Sitte über den Dächern Berlins bei einem Live-Event über New Work fachsimpeln durfte. In meinem ehemaligen Podcast hat sie ihr Buch angekündigt und jetzt ist es da.
Das Buch „Der Multifokus-Effekt“ erklärt, dass moderner Fokus nicht mehr bedeutet, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, sondern mehrere Lebensbereiche bewusst und gesteuert parallel im Blick zu behalten. Multifokus unterscheidet sich klar von Multitasking, weil er auf bewusster Priorisierung und Energieverteilung basiert. Ziel ist es, trotz vieler Anforderungen Klarheit zu behalten, bessere Entscheidungen zu treffen und ein Leben zu gestalten, das zu den eigenen Bedürfnissen passt.
Ich habe es mir auf meiner Reise schon als E-Book geholt. Du auch?
🏝️ Wie arbeitet man auf Bali und was können wir uns abschauen?
Bali ist wahrscheinlich einer der Orte, die am stärksten romantisiert werden, wenn es um Remote Work geht. Laptops im Café, Calls mit Meerblick. Ein Leben zwischen Freiheit, Sonne und Selbstverwirklichung.
Und ja – ein Teil davon stimmt. Aber Bali ist auch ein Ort, der dir gnadenlos zeigt, wie gut du wirklich mit Freiheit umgehen kannst.
Dafür habe ich mit drei Frauen gesprochen, die genau das leben:
Sie sind aus Deutschland ausgewandert, arbeiten remote mit deutschsprachigen Kund:innen – und haben sich hier ein neues Arbeitsleben aufgebaut.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen! ✨
🇮🇩 Allgemeines
In Regionen wie Canggu oder Ubud hat sich eine starke internationale Community aufgebaut, die sich rund um Themen wie Business, Health und Personal Development bewegt.
Gleichzeitig zeigt sich ein Spannungsfeld, das man nicht ignorieren kann:
Während Expats häufig ein sehr privilegiertes Leben führen, sind Einkommen und Lebensrealität der lokalen Bevölkerung oft nicht vergleichbar. Das haben wir selbst erlebt.
📌 Eckdaten auf einen Blick
Einwohnerzahl: ca. 4,4 Mio. (Insel Bali)
Staatsform: Teil von Indonesien (Präsidialrepublik)
Wirtschaft: stark geprägt von Tourismus, Gastronomie, Landwirtschaft (v. a. Reis) und zunehmend Remote Work & digitalen Dienstleistungen
Hotspots für Expats & Remote Work: Canggu, Ubud, Uluwatu
Sprachen: Indonesisch (Bahasa Indonesia), Balinesisch, Englisch in touristischen Regionen weit verbreitet
🏢 Arbeitsrealität
Was nach ein paar Tagen auf Bali sofort auffällt: Arbeit folgt keiner klassischen Struktur und der Alltag wird komplett selbst gebaut.
Jenny Song Schmidt ist Gründerin der Data-driven Influencer-Marketing-Agentur Like Minded und vor Kurzem erst nach Bali ausgewandert. Sie beschreibt ihren Tag so:
“Je nach Jahreszeit sind es hier 6 oder 7 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland (und ich als Nachteule liebe es). Ich stehe zwischen 8 - 9 Uhr auf, hole mir meinen Lieblingskaffee, laufe zum Strand, gehe zum Sport und fange gegen 13:00/14:00 an zu arbeiten. Mein Dinner ist die deutsche Mittagspause. Meinen Laptop klappe ich meistens gegen Mitternacht zu. Manchmal gehen die Calls auch etwas länger - aber if that’s the price I pay, I‘ll take it.”
Jule Hoff fokussiert sich mit ihrem Business auf den LinkedIn-Auftritt der Sportbranche und verwaltet bspw. den HYROX Account. Sie lebt ihren Alltag etwas anders:
“Der Tagesablauf dreht sich sehr viel um meinen Nebenjob Hobby Athlete und ist nach meinen Trainingseinheiten aufgebaut. 6 - 8 Uhr morgens Training, 9 - 12 Uhr Deep Work, 12 - 13 Uhr Training, 14 - 18 Uhr Deep Work. Ich arbeite aber zu Hause im Office, nicht unbedingt Cafés und schon gar nicht am Strand.”
Elena Marzluf ist Gründerin der Podcast-Firma Podvise und ist in ihrer Tagesgestaltung etwas fremdbestimmt (kenne ich irgendwoher 😅).
“Durch unsere 2 Hunde startet mein Tag schon sehr früh - gegen 6:30 Uhr. Nach einem morgendlichen Spaziergang und einem kurzen Frühstück geht’s für mich an die Arbeit. Morgens steht eher Deep Work und Kreatives an. (Dank 6 Stunden Zeitverschiebung hab ich da komplett meine Ruhe) Ab dem Mittag geht’s an LinkedIn, Kunden-, Sales- & Teamcalls sowie Projektarbeit. Ich arbeite meistens allein oder gemeinsam mit Freunden zu Hause. Alle 2 Wochen bin ich den halben Tag im Podcast-Studio für mein eigenes Format.”
💵 Arbeitskultur
Was sich auf Bali stark verändert, ist nicht nur der Alltag, sondern die Haltung zur Arbeit.
Jenny beschreibt einen klaren Shift: “Je mehr ich mich mit mir selbst beschäftige und an mir selbst arbeite, desto weniger habe ich dieselben Ambitionen wie noch vor 5 Jahren (viel Umsatz, viel Reisen, Luxusleben). Ich habe das Gefühl, dass ich gerade genau in der Phase stecke, in der ich Arbeit, Leistung und Erfolg für mich neu definiere und mir die Fragen stelle: Wofür mache ich das eigentlich? Und: Wie möchte ich mich dabei fühlen?. Mein Verständnis von Erfolg shiftet sich gerade mehr in Richtung Lebensqualität, Gesundheit, innere Ruhe und nicht mehr nur Output.”
Elena ergänzt: “Mein Blick darauf hat sich extrem verändert. Weil ich auf meinen Reisen und durch das Leben auf Bali Menschen aus aller Welt getroffen habe - jede und jeder mit einem anderen Lebenskonzept oder Arbeits/Business Modell. Das hat mir gezeigt, dass man Dinge wie Erfolg, Arbeit und auch Lebensglück für sich selbst definieren darf - wie auch immer das aussehen mag.”
🤯 Herausforderungen
Ein Punkt, über den selten gesprochen wird, ist die Realität hinter dem „Traumort“. Hier sind Jule, Jenny und Elena ziemlich offen:
Jenny spricht etwas an, das ich zu Beginn thematisiert habe: Die Ungleichheit vor Ort. Während Expats in einer privilegierten Bubble leben, verdienen viele Menschen auf Bali deutlich weniger. Dieses „Paradies“ existiert auch, weil genau dieses Gefälle da ist.
Das habe ich auf Lombok gemerkt. Als wir in den Reisfeldern waren, zeigte uns der Guide, wie dort Häuser gebaut werden, weil es auf Bali mittlerweile zu eng ist. Natürlich werden die Häuser nicht von Locals, sondern von Expats gebaut…
Aber es gibt noch eine zweite Seite, die oft unterschätzt wird. Elena teilt, dass Einsamkeit oft präsent ist.
Während in Deutschland Events stattfinden, Netzwerke entstehen und Communities wachsen, sitzt du plötzlich 12.000 Kilometer entfernt und FOMO kommt schneller, als man denkt.
Für Jule ist die Zeitverschiebung zu Deutschland, die Calls am Abend, Stromausfälle während Meetings und der Wechsel auf Hotspot & mobile Daten nicht immer so einfach.
Du merkst: Es ist nicht alles so romantisch, wie viele glauben…🚀
🚨 Wird oft unterschätzt
Zeitverschiebung
FOMO nach Deutschland
Alltag
Die „Trauminsel“ löst nicht alle Probleme
Selbstorganisation
💡 Was du dir abschauen kannst
Während meiner wenigen Tage auf Bali habe ich selbst gemerkt, wie viel entspannter alles sein darf - und ich werde definitiv in Ruhe wiederkommen. Was die drei Gründerinnen nach ihrer Zeit für sich mitgenommen haben, berichten sie selbst:
Elena: “Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, sich im Alltag bewusst Raum für Hobbies, Zeit mit den Liebsten oder Momente in Stille mit sich selbst zu schaffen. In Deutschland fiel mir das komischerweise super schwer. Da war ich zu sehr gefangen im Daily Doing. Durch den Tapetenwechsel und das neue Umfeld bin ich heute viel aktiver und genieße mein Leben und meine Freizeit in vollen Zügen. ABER ganz wichtig: Auch in Deutschland kann man sich das schaffen - man muss es einfach nur tun.”
Jule: “Gerade die Einheimischen hier setzen Familie und Zeit mit den Liebsten an erste Stelle. Sie definieren sich viel weniger über Job/Einkommen. Es kommt nicht selten vor, dass es heißt „Ne heute kann ich nicht, oder arbeite einfach nicht, wir haben eine Ceremony“. Ich selbst empfinde das einfach immer als schönen Reminder, dass es wichtigere Dinge gibt als unseren Job im Leben und das man diese Dinge nicht vernachlässigt.”
Ein Rat von Jenny: “Nicht alles zerdenken, einfach machen (auch wenn es nach Klischee klingt). Wenn du an deine Ziele denkst und im Overthinking-Modus stecken bleibst, stell dir die Frage: “Was kostet es dich, den Schritt NICHT zu gehen?”
🥳 Ich freue mich sehr, dass die drei offen geteilt haben, wie das Leben und Arbeiten auf Bali wirklich ist. Wenn dir die Ausgabe gefallen hat, dann bewerte den Newsletter gerne UND teile ihn mit deinem Netzwerk!
Mir hat die Offenheit extrem viel gegeben, weil ich mal wieder gemerkt habe, wie viele von uns täglich dieselben Gedanken und Gefühle teilen. 🫂

Nächste Ausgabe unserer Route: China 🇨🇳
Was beschäftigt/interessiert dich?
Hier ist Platz für deine Frage oder Geschichte. Möchtest du, dass ich von etwas Bestimmtem auf der Reise berichte? Hast du ein Erlebnis von einem Land zu teilen, in dem ich bin? Oder hast du Tipps für meine Route?
Gerne her damit und bis zum nächsten Mal!
Wie gefällt dir What the Work?! 💛Nur mit deinem Feedback kann der Newsletter noch besser werden. Danke dir! |
Login oder Abonnieren um an umfragen teilzunehmen. |
Danke und GaLiGrü aus China 💛
Reply